Informationen zur Schilddrüse

   

  


Hormondrüse am Hals mit großer Wirkung


Die Schilddrüse ist ein wichtiger Hormonproduzent.

Ohne die Schilddrüsenhormone T4 (Tetrajodthyronin) und T3 (Trijodthyronin) ist eine normale Entwicklung eines heranwachsenden Organismus nicht möglich.  Auch im erwachsenen Organismus wird fast jedes Organsystem in seiner Funktion durch Schilddrüsenhormone beeinflusst; deren Hauptaufgabe ist, vereinfacht ausgedrückt, die Erhaltung des Gleichgewichtes aller Stoffwechselvorgänge.

          Schilddrüsenerkrankungen sind häufig und gehen neben Veränderungen in der Organgröße und - struktur oft mit einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) oder Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) einher.  Sowohl der Hormonmangel als auch eine Überproduktion von Schilddrüsenhormonen kann wichtige Organe wie Herz und Gehirn schädigen, wie auch Verdauungsstörungen, Haarausfall und Gewichtsschwankungen verursachen sowie eine Ursache für unerfüllten Kinderwunsch sein.

          Für eine reguläre Hormonproduktion benötigt die Schilddrüse ausreichend Jod, welches mit der Nahrung aufgenommen wird. In Österreich wird – um Jodmangel auszugleichen – schon seit den 1960er Jahren Speisesalz jodiert. Seither sind früher beträchtliche Schilddrüsenvergrößerungen, sogenannte „Kröpfe“ (lateinisch: Struma) seltener geworden, nach wie vor finden sich jedoch häufig Schilddrüsenknoten.
Diese erfordern immer eine nähere nuklearmedizinische Abklärung – man unterscheidet dabei mit Hilfe der Schilddrüsenszintigraphie zwischen „heißen“ und „kalten“ Knoten.  Erstere produzieren eigenständig (oft auch zuviel) Schilddrüsenhormon, kalte Knoten hingegegen haben ein höheres Risiko bösartig zu entarten, wobei Schilddrüsenkrebs jedoch insgesamt , verglichen mit anderen Krebsarten, selten vorkommt. 

Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse, bei denen aufgrund eines Fehlers im Immunsystem körpereigenes Gewebe als fremd erkannt wird, führen oft zu einer Funktionsstörung der Schilddrüse. Dazu gehören der „Morbus Basedow“ (= Autoimmunhyperthyreose), der mit einer Schilddrüsenüberfunktion einhergeht, und die chronische Autoimmunthyreoiditis Hashimoto, die eine Schilddrüsenunterfunktion zur Folge haben kann.

 

          Das klinische Sonderfach Nuklearmedizin deckt alle Bereiche der Schilddrüsendiagnostik als auch der konservativen Therapie von Schilddrüsenerkrankungen ab – Bestimmung der Schilddrüsenhormone und Schilddrüsenantikörper im Blut, Ultraschalluntersuchungen, Szintigraphie sowie manchmal erforderliche Feinnadelpunktion der Schilddrüse zur mikroskopischen Beurteilung gewonnener Gewebezellproben.

 

            Die Therapie von Schilddrüsenerkrankungen erfolgt meistens medikamentös; je nach vorliegenden Befunden kann aber auch eine Schilddrüsenoperation oder Radiojodtherapie an einer Nuklearmedizinischen Station notwendig sein.